Knochenschule
des BfO

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Daten und Fakten

 

Was kann man tun bei Osteoporose ?

Wichtig ist die frühe Behandlung noch vor dem ersten Knochenbruch. Hat der Körper erst einmal Knochenmasse verloren, ist ein Wiederaufbau schwierig. Ziel der Behandlung ist deshalb in erster Linie, das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau wieder ins Lot zu bringen und Knochenbrüche zu vermeiden.

Kalziumreiche Ernährung und Bewegung sind die beiden Eckpfeiler, um Osteoporose vorzubeugen. Aber auch bei einer vorhandenen Osteoporose sind neben einer individuellen medikamentösen Therapie die Faktoren "knochenfreundliche" Ernährung und Bewegung ein Muss für eine erfolgreiche Behandlung.

Ernährung

Kalzium ist das wichtigste Mineral zur Vermeidung und zur Behandlung der Osteoporose. Ein Erwachsener hat mehr als ein Kilogramm Kalzium im Körper, wovon sich 99 Prozent im Skelett und in den Zähnen befinden.
Die Prävention der Osteoporose beginnt schon in der Kindheit mit dem Aufbau des Skeletts. Kalziumreiche Kost liefert das Baumaterial, um bis zum 25. Lebensjahr das Erwachsenenskelett mit der maximalen Knochendichte zu vollenden.

Es sollten bei Betroffenen und älteren Menschen 1.500 Milligramm Kalzium pro Tag zugeführt werden.

Hauptkalziumlieferanten in der Nahrung:

· Milch und Milchprodukte
· Grüne Gemüse (z. B. Grünkohl, Broccoli, Lauch, Fenchel, Sellerie, Gartenkresse), Salate, Kräuter
· Nüsse
· Ölsardinen, Sprotten
· Mineralwasser (< 500mg/l Kalzium - auf Etikett achten)

Bei Patienten mit Milchallergie bieten sich besonders Fruchtsäfte und Mineralwasser mit einem hohen Kalziumgehalt an.

Eine zusätzliche Zufuhr in Form von Kalziumtabletten sollte immer nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Es ist wichtig zu wissen, dass sogenannte Kalziumräuber die Kalziumaufnahme hemmen bzw. die Steigerung der Kalziumausscheidung fördern können.

Es nützt also nichts, wenn wir uns zwar kalziumreich ernähren, die Kalziumräuber aber außer acht lassen.

Kalziumräuber:

Hemmung der Kalziumaufnahme   Steigerung der Ausscheidung
Alkohol   Salz (bei überhöhter Zufur)
Ballaststoffe (Phytinsäure- in der Außenhaut von ungeschrotetem Korn)   Eiweiß (bei
überhöhter Zufuhr)
Phosphate (z.B. in
Fleisch und Wurst sowie
E-Nummern - Zusatzstoffe
in vorgefertigter Nahrung)
   
Oxalsäure (z. B. in Tomaten,
Rhabarber, Mangold und
Kakao)
   

Erfreulicherweise gibt es ebenfalls Substanzen, die die Kalziumaufnahme über den Darm fördern. Hierzu gehören

· Vitamin C
· Milchzucker
· Vitamin D

Übrigens: Im Sommer reicht ein tägliches Sonnenbad oder einfach ein Spaziergang an der frischen Luft oft aus, dass der Körper selbst eine ausreichende Menge Vitamin D produzieren kann.
Im Winter jedoch , bedingt durch den veränderten Sonnenstand, reicht dies meist nicht. Auch gilt zu bedenken, dass bei älteren Menschen die Fähigkeit der Vitamin D-Umsetzung nicht mehr optimal gewährleistet ist.
Vitamin D muss somit häufig dem Körper zusätzlich zugeführt werden.

Grundsätzlich sollten Sie bei dem Thema Ernährung beachten:
· kalziumreiche Nahrung (siehe oben) - Vorsicht vor Kalziumräubern
· abwechslungsreiche, eher fettarme Mischkost
· viel frisches Gemüse und Obst
· nicht mehr als 2 - 3 Fleischmahlzeiten die Woche
· viel frischen Fisch
· mindestens 2 - 3 Liter Mineral- oder Quellwasser
· nicht mehr als 4 Tassen Kaffee pro Tag
· schränken Sie Ihren Genussmittelverbrauch (Alkohol / Zigaretten) ein

Bewegung

Zur Stärkung der Knochen ist ausreichende Bewegung sehr wichtig. Denn Bewegung fördert die Neubildung der Knochengewebe.

Der Bewegungsapparat (Knochen, Sehnen, Gelenke und Muskeln) ist dazu da, um sich gegen die Schwerkraft zu behaupten und sich fortzubewegen. Bei jeder Bewegung übertragen die Sehnen den Zug und Druck der Muskeln auf die Knochen.
Dieser physikalische Reiz motiviert die Knochenzellen, neue Knochenmasse aufzubauen. Hierbei spielt das Alter der Personen keine Rolle.

Wer nicht trainiert, verliert etwa fünf bis zehn Prozent Muskelmasse pro Lebensjahr und das bedeutet ebenfalls einen Verlust an Knochenmasse.

Knochen und Muskeln sind nach Form und Funktion ein voneinander abhängiges System.

Drei Trainingsarten in Kombination sind zu empfehlen und am effektivsten:

· Ausdauer
· Kraft
· Beweglichkeit

Zur Osteoporosvorbeugung sind folgende Sportarten gut geeignet:

· Muskelaufbau- bzw. Krafttraining
· schnelles, zügiges Gehen (Powerwalking)
· Langsamer Dauerlauf (Joggen)
· Wandern
· Radfahren
· Golf /Tennis
· Schwimmen
· Tanzen
· Gymnastik (in vielen Varianten möglich)
· Schwimmen

Wird die Diagnose Osteoporose gestellt, sollte auf jeden Fall eine Absprache mit dem behandelnden Arzt hinsichtlich der Wahl des Bewegungstrainings erfolgen.
Ein Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik, wo ein gezieltes Training und Kennenlernen von Programmen stattfinden kann, ist sicher ebenfalls sehr hilfreich.

Selbsthilfegruppen bieten kontinuierlich Reha-Sport an. Ein zusätzlicher Vorteil bei Selbsthilfegruppen ist die automatische Gruppendynamik, die durch die Teilnahme entsteht, die gegenseitige Motivation sowie die kontinuierliche Kontrolle des gezielten Trainings durch die Übungsleiter.
Überaus wichtig ist die stetige Kontrolle des Übungsleiters, sie ist entscheidend für die richtige Umsetzung der Übungen und den Rehabilitationserfolg beim Patienten.

Medikamentöse Therapie

Die Entscheidung, welches Behandlungskonzept für Sie das richtige ist, trifft Ihr behandelnder Arzt gemäß Ihrer individuellen Erkrankung und Situation.

Wir möchten daher an dieser Stelle nur einige Informationen derzeit aktuellen und bewährten Behandlungsoptionen:

Bisphosphonate
Bisphosphonate hemmen den Knochenabbau durch die Zellen, die für den Abbau von Knochenmasse verantwortlich sind.

Calcitonin
Calcitonin hemmt die Zellen, die für den Knochenabbau verantwortlich sind. Es besitzt außerdem eine schmerzlindernde Wirkung, so dass dieser Wirkstoff gerne initial verwendet wird.

Fluoride
Fluoridhaltige Präparate stimulieren die knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten). Durch eine zusätzliche Einnahme von Calcium und Vitamin D wird dem neugebildeten Knochen ausreichende Stabilität verliehen.

Hormone
Hormone bremsen den beschleunigten Knochenumsatz. Frauen, die Osteoporose-Risikopatienten sind, erhalten ab Beginn der Menopause vorzugsweise Hormone.

Kalzium und Vitamin D
Ein ausgeglichener Kalziumhaushalt ist die Vorraussetzung für den reibungslosen Ablauf vieler Stoffwechselvorgänge

SERM
Unter einem SERM versteht man eine Substanz mit sogenannter selektiver Östrogen-Rezeptor-modulierender Eigenschaft. SERM ist eine Alternative zur Hormonersatztherapie. Die Substanzen sind chemisch nicht mit den Östrogenen verwandt, können aber sowohl östrogenähnlich als auch dem Östrogen entgegengesetzt wirken.

Aktivitäten im eigenen Umfeld

Wenn Sie an einer Osteoporose erkrankt sind, ist bei Ihnen die Gefahr von Knochenbrüchen sehr hoch.
Richten Sie Ihr Umfeld darauf aus, Stürze, die leicht zu Knochenbrüchen führen können, zu vermeiden:

· Richten Sie Ihr Zuhause so ein, dass Sie vor Stürzen geschützt sind. Tragen Sie zweckmäßige flache Schuhe mit rutschfesten Sohlen, sorgen Sie für eine gute Beleuchtung im Haus und vermeiden Sie rutschende Teppichläufer.
· Vermeiden Sie es, schwere Gewichte zu heben.
· Verlassen Sie an Tagen mit Glatteis die Wohnung nur für unbedingt notwendige Besorgungen.
· Lassen Sie Ihre Sehkraft regelmäßig beim Augenarzt kontrollieren.
· Manche Medikamente wie Schlafmittel, Mittel gegen Allergien, hohen Blutdruck und Antidepressiva können die Reaktionsfähigkeit einschränken. Beobachten Sie sich selbst, wie Ihr Körper auf diese Medikamente reagiert, und besprechen Sie mit Ihrem Arzt alternative Therapiemöglichkeiten.
· Weitere Tipps und Anregungen wird Ihnen gerne eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe geben.

Ausblick

Unbehandelt schreitet die Osteoporose voran und führt auf Dauer zu vielfachen Knochenbrüchen und sehr starken Knochenschmerzen. Diese Bewegungseinschränkung und die Dauerschmerzen führen meistens zur Invalidität und Abhängigkeit von fremder Hilfe.

Die Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose können in den meisten Fällen sowohl der Entstehung als auch dem Voranschreiten der Erkrankung und den Komplikationen entgegenwirken.