Was ist Knochenschwund ?
"Knochenhart" - das ist der Inbegriff für Festigkeit
und Stabilität. Dieses Bild ist jedoch falsch.
Die Knochen sind keineswegs stahlhart und massiv. Sie verändern
sich im Laufe des Lebens, sie wachsen, passen sich Belastungen an -
oder verkümmern, wenn sie zu wenig beansprucht werden.
Lexikon:
Osteo = Knochen
porose = durchlässig, löcherig
Im Laufe des Lebens wächst der Knochen. Er verformt sich in Abhängigkeit
von Belastungen (Zug und Druck) und er ist sogar in der Lage, bei Knochenbrüchen
oder Rissen sich selbst zu reparieren, indem neues Knochengewebe die
"verletzten" Stellen verbindet.
Am Knochen findet ein ständiger "Umbauprozess" statt.
Knochen wird abgebaut und wieder neu gebildet. Durch diesen Prozess
hat der Mensch eine sich immer wieder verändernde Knochenmasse.
Merke:
Osteoklasten = bauen Knochen ab
Osteoblasten = bilden neue Knochen
Osteozyten = entstehen aus Osteoblasten; und beeinflussen sowohl die
Tätigkeit der Osteoblasten wie Osteoklasten
Im Alter zwischen 25 bis 35 Jahren hat der Mensch die optimalste Knochenmasse.
Danach nimmt mit fortschreitendem Alter langsam die Knochenmasse ab.
Dies ist jedoch normal und geht einher mit vielen anderen Körperfunktionen,
die ebenfalls im Alter etwas nachlassen.
Ist der Umbauprozess jedoch gestört und nimmt die gesamte Knochenmasse
in erheblichem Maße ab, so dass die Knochenstruktur immer dünner
wird, bezeichnet man dies als Osteoporose.
Gemäß wissenschaftlicher Definition ist Osteoporose eine
systemische Erkrankung des Skelettsystems mit Verringerung der Knochenmasse
und Verschlechterung der Mikroarchitektur.
Dies bedeutet, dass eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das
Auftreten von Knochenbrüchen vorliegt, wenn Patienten eine gewisse
Knochendichte unterschreiten.
Hierfür benötigt man den sogenannten T-Wert, welcher der
normalen Knochendichte eines 30-jährigen Menschen - getrennt nach
Frau oder Mann - entspricht. Liegt dieser Wert nun unter einer bestimmten
Grenze, so liegt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten
von Knochenbrüchen vor.
Bei schon vorliegenden Knochenbrüchen spricht man von einer manifesten
Osteoporose.
Welche Ursachen hat Osteoporose ?
Osteoporose hat kein einheitliches, immer gleich erscheinendes Krankheitsbild.
Zwei Grundformen werden unterschieden: die primäre und die sekundäre
Erkrankung.
Die Ursache der primären Osteoporose hängt unmittelbar mit
dem Knochenstoffwechsel
und dessen hormoneller Beeinflussung zusammen - ist also in dem Knochenumbauprozess
selbst begründet.
Bei der sekundären Osteoporose liegen die Ursachen bei einer anderen
Erkrankung. Die Osteoporose kann somit also als Zweit- oder Folgeerkrankung
aufgetreten. Krankheiten wie chronisches Magen-Darm-Leiden oder insbesondere
Rheuma (häufige Einnahme von
Cortison)können als "Begleiterscheinung" Osteoporose
auslösen.
Osteoporose ist kein unausweichliches Schicksal, das es zu ertragen
gilt, sondern eine Krankheit, der man schon in jungen Jahren gezielt
vorbeugen kann.
Wenn Sie die Ursachen und Risikofaktoren der Osteoporose kennen und
vermeiden, haben Sie einen bedeutenden Schritt in Richtung Vorbeugung
getan.
Sind Sie an Osteoporose erkrankt, können Sie aktiv und gezielt
vorgehen, um die gefürchteten Knochenbrüche (z.B. Oberschenkelhalsbruch)
zu vermeiden.
Die häufigste Ursache von Osteoporose ist der Östrogenmangel
bei Frauen nach den Wechseljahren. Männer sind von einem Testosteronmangel
dagegen nur selten betroffen.
Aber auch Männer erkranken an Osteoporose. Etwa jeder 5. Betroffene
ist heute ein Mann.
Testen Sie Ihr Risiko
Wenn einige der nachfolgend benannten Faktoren auf Sie zutreffen, ist
das Risiko an Osteoporose zu erkranken erhöht. Eine deutliche Gefährdung
ist gegeben, wenn Sie die ersten vier Punkte bejahen:
· Sie hatten bereits einen oder mehrere Knochenbrüche aus
geringfügigem Anlass.
· Sie sind um mehr als vier Zentimeter kleiner geworden.
· Sie sind länger als sechs Monate mit Kortison in hoher
Dosierung behandelt worden.
· Sie hatten eine Organtransplantation
· Sie leiden an einer Überfunktion der Nebenschilddrüse
· Sie haben Verwandte ersten Grades mit einer Osteoporose-Erkrankung.
· Sie leiden an einer krankhaften Ess-Störung wie Mager-
oder Brechsucht.
· Sie haben sich aus einem anderen Grund über Jahre hinweg
mangelhaft oder sehr einseitig ernährt.
· Sie haben Jahrelang keinerlei sportliche bzw. körperliche
Aktivitäten ausgeübt.
· Sie sind Alkoholiker.
· Sie sind seit Jahren Kettenraucher.
Weitere Faktoren, die darüber hinaus für Frauen entscheidend
sind:
· Die erste Regelblutung hatten Sie erst im Alter von 15. /
16 Jahren.
· Ihre Regelblutung ist bereits einmal über ein Jahr ausgeblieben.
· Die Wechseljahre haben bei Ihnen früh begonnen. Sie hatten
weniger als 30 Jahre Regelblutungen.
· Ihnen wurden beide Eierstöcke entfernt.
Hinweis: Fordern Sie auch unseren ausführlichen Osteoporose-Risikotest
an.