Knochenschule
des BfO

Bundesselbsthilfeverband
für Osteoporose e.V.
Kirchfeldstr. 149
40215 Düsseldorf
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Der Knochen

"Knochenhart" - das ist der Inbegriff für Festigkeit und Stabilität. Dieses Bild ist jedoch falsch.
Die Knochen sind keineswegs stahlhart und massiv. Sie verändern sich im Laufe des Lebens, sie wachsen, passen sich Belastungen an - oder verkümmern, wenn sie zu wenig beansprucht werden.

Das Skelett insgesamt ist Stützgerüst für unseren Körper und gleichzeitig Schutzschild für lebenswichtige Organe, z.B. die Wirbelsäule für das Rückenmark, Rippen und Brustkorb für Herz und Lunge.

Ein besonderes Merkmal des Menschen ist der aufrechte Gang. Der aufrechte Gang wird erst durch den Stütz- und Bewegungsapparat möglich, in den die Knochen eingebunden sind, ebenso wie Sehnen und Bänder - zur Verspannung des Knochengerüstes -, Bandscheiben als Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern, Nervenkörperchen als Meldestellen und Muskeln zum Halten und Heben.

Die Zusammenhänge zwischen Muskel- und Knochenfunktion rücken in den letzten Jahren immer mehr in wissenschaftliche Beachtung - auch im Hinblick auf die Osteoporose. Durch zunehmende Muskelkraft und -leistung wird der Knochen wieder stärker gefestigt.

Aufbau des Knochens

Das menschliche Skelett besteht aus 220 Knochen. Die einzelnen Knochen sind unterschiedlich konstruiert.

Die langen Knochen der Extremitäten (Arme / Beine) sind zum Beispiel hohl und entsprechen dem Prinzip der tragenden Röhre - vergleichbar mit dem Bau eines Fernsehturms.
Die Knochen der Wirbelsäule und der Hüfte weisen dagegen ein völlig anderes Bauprinzip auf. So verbirgt die dünne Knochenrinde (Kortikalis) ein schwammartiges Netzwerk von Knochenbälckchen (Spongiosa) - vergleich mit den Streben eines Krans.

Aufbau des Knochens - von aussen nach innen

· Knochenhaut - Periost
· Massive und feste Rinde - Kortikalis
· Schwammknochen - Spongiosa (aus einem Geflecht von Knochenbälckchen)
· Knochenmark

Durch die Belastungsabhängige Zusammensetzung von Knochenrinde und Knochenbälckchen erreicht der Knochen eine hohe Belastbarkeit und Elastizität.

Wie jedes andere Bauwerk auch, so besteht der Knochen nicht nur aus einem einzigen Material, sondern aus einem Verbund verschiedener Stoffe: vornehmlich anorganische (mineralische) Stoffe und organische (Eiweiß-)Komponenten.
Das Gewebe besteht chemisch betrachtet aus winzigen Kalziumphosphatkristallen, die in ein Geflecht von miteinander verbundenen Eiweißfäden (sogenanntes Kollagen) eingebettet sind.

Hinweis:
Mehr als 99 % des Kalziums im menschlichen Körper befindet sich im Knochen.
Das restliche 1 % ist wichtig für alle Lebensprozesse.
Ohne Kalzium kann der Muskel nicht kontrahieren somit das Herz nicht schlagen und das Blut nicht gerinnen.

Die Kristalle geben dem Knochen die Härte und Festigkeit. Die Kollagenfäden sorgen für die Biegsamkeit und bilden das Gerüst für den sich neu bildenden Knochen.
Die Festigkeit des Knochens hängt darüber hinaus auch von der "Bauweise" und nicht nur von der Menge der Kristalle ab.

Knochenstoffwechsel

Im Laufe des Lebens wächst der Knochen. Er verformt sich in Abhängigkeit von Belastungen (Zug und Druck) und er ist sogar in der Lage, bei Knochenbrüchen oder Rissen sich selbst zu reparieren, indem neues Knochengewebe die "verletzten" Stellen verbindet.

Am Knochen findet ein ständiger "Umbauprozess" statt. Knochen wird abgebaut und wieder neu gebildet. Durch diesen Prozess hat der Mensch eine sich immer wieder verändernde Knochenmasse.

Merke:
Osteoklasten = bauen Knochen ab
Osteoblasten = bilden neue Knochen
Osteozyten = entstehen aus Osteoblasten; und beeinflussen sowohl die Tätig-
keit der Osteoblasten wie Osteoklasten

Kontinuierlich laufen im Körper immer wieder Knochenabbau- sowie Aufbauprozesse ab.

Im Alter zwischen 25 bis 35 Jahren hat der Mensch seine optimalste Knochenmasse erreicht. Danach nimmt mit fortschreitendem Alter langsam die Knochenmasse ab - durchschnittlich 1 % Knochenverlust pro Jahr, unabhängig vom Geschlecht. Dies ist jedoch normal und geht einher mit vielen anderen Körperfunktionen, die ebenfalls im Alter etwas nachlassen.

Ist der Umbauprozess jedoch gestört und nimmt die gesamte Knochenmasse in erheblichem Maße ab, so dass die Knochenstruktur immer dünner wird, bezeichnet man dies als Osteoporose.

Gemäß wissenschaftlicher Definition ist Osteoporose eine systemische Erkrankung des Skelettsystems mit Verringerung der Knochenmasse und Verschlechterung der Mikroarchitektur.
Dies bedeutet, dass eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Knochenbrüchen vorliegt, wenn Patienten eine gewisse Knochendichte unterschreiten.

Hormone

Zwei Kommunikationssysteme wirken auf den menschlichen Organismus ein, um die Lebensfunktionen anzuregen oder zu hemmen - das Nerven- und das Hormonsystem.

Die Regulation des Knochenstoffwechsel übernimmt ein hochsensibles Hormonsystem. Drei Hormone spielen eine entscheidende Rolle:

· das Parathormon (Nebenschilddrüsenhormon)
· Vitamin-D
· Kalzitonin

Call for Action

Wie die oben beschriebenen Kapitel zeigen, kann jeder selbst aktiv mitwirken gegen Osteoporose

· eine ausgewogene kalziumreiche Ernährung
· kontinuierlich Bewegung (mit ausreichend Zug und Druck)

Viele weitere Informationen und Hinweise, was Sie selbst tun können, erhalten Sie unter www.bfo-aktuell.de und durch die Ausstellung Knochenschule.
Auch diese Internetseite wird kontinuierlich erweitert.


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