Der Knochen
"Knochenhart" - das ist der Inbegriff
für Festigkeit und Stabilität. Dieses Bild ist jedoch falsch.
Die Knochen sind keineswegs stahlhart und massiv. Sie verändern
sich im Laufe des Lebens, sie wachsen, passen sich Belastungen an -
oder verkümmern, wenn sie zu wenig beansprucht werden.
Das Skelett insgesamt ist Stützgerüst
für unseren Körper und gleichzeitig Schutzschild für
lebenswichtige Organe, z.B. die Wirbelsäule für das Rückenmark,
Rippen und Brustkorb für Herz und Lunge.
Ein besonderes Merkmal des Menschen ist der aufrechte
Gang. Der aufrechte Gang wird erst durch den Stütz- und Bewegungsapparat
möglich, in den die Knochen eingebunden sind, ebenso wie Sehnen
und Bänder - zur Verspannung des Knochengerüstes -, Bandscheiben
als Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern, Nervenkörperchen
als Meldestellen und Muskeln zum Halten und Heben.
Die Zusammenhänge zwischen Muskel- und Knochenfunktion
rücken in den letzten Jahren immer mehr in wissenschaftliche Beachtung
- auch im Hinblick auf die Osteoporose. Durch zunehmende Muskelkraft
und -leistung wird der Knochen wieder stärker gefestigt.
Aufbau des Knochens
Das menschliche Skelett besteht aus 220 Knochen.
Die einzelnen Knochen sind unterschiedlich konstruiert.
Die langen Knochen der Extremitäten (Arme
/ Beine) sind zum Beispiel hohl und entsprechen dem Prinzip der tragenden
Röhre - vergleichbar mit dem Bau eines Fernsehturms.
Die Knochen der Wirbelsäule und der Hüfte weisen dagegen ein
völlig anderes Bauprinzip auf. So verbirgt die dünne Knochenrinde
(Kortikalis) ein schwammartiges Netzwerk von Knochenbälckchen (Spongiosa)
- vergleich mit den Streben eines Krans.
Aufbau des Knochens - von aussen nach innen
· Knochenhaut - Periost
· Massive und feste Rinde - Kortikalis
· Schwammknochen - Spongiosa (aus einem Geflecht von Knochenbälckchen)
· Knochenmark
Durch die Belastungsabhängige Zusammensetzung
von Knochenrinde und Knochenbälckchen erreicht der Knochen eine
hohe Belastbarkeit und Elastizität.
Wie jedes andere Bauwerk auch, so besteht der
Knochen nicht nur aus einem einzigen Material, sondern aus einem Verbund
verschiedener Stoffe: vornehmlich anorganische (mineralische) Stoffe
und organische (Eiweiß-)Komponenten.
Das Gewebe besteht chemisch betrachtet aus winzigen Kalziumphosphatkristallen,
die in ein Geflecht von miteinander verbundenen Eiweißfäden
(sogenanntes Kollagen) eingebettet sind.
Hinweis:
Mehr als 99 % des Kalziums im menschlichen Körper befindet sich
im Knochen.
Das restliche 1 % ist wichtig für alle Lebensprozesse.
Ohne Kalzium kann der Muskel nicht kontrahieren somit das Herz nicht
schlagen und das Blut nicht gerinnen.
Die Kristalle geben dem Knochen die Härte und Festigkeit. Die Kollagenfäden
sorgen für die Biegsamkeit und bilden das Gerüst für
den sich neu bildenden Knochen.
Die Festigkeit des Knochens hängt darüber hinaus auch von
der "Bauweise" und nicht nur von der Menge der Kristalle ab.
Knochenstoffwechsel
Im Laufe des Lebens wächst der Knochen.
Er verformt sich in Abhängigkeit von Belastungen (Zug und Druck)
und er ist sogar in der Lage, bei Knochenbrüchen oder Rissen sich
selbst zu reparieren, indem neues Knochengewebe die "verletzten"
Stellen verbindet.
Am Knochen findet ein ständiger "Umbauprozess"
statt. Knochen wird abgebaut und wieder neu gebildet. Durch diesen Prozess
hat der Mensch eine sich immer wieder verändernde Knochenmasse.
Merke:
Osteoklasten = bauen Knochen ab
Osteoblasten = bilden neue Knochen
Osteozyten = entstehen aus Osteoblasten; und beeinflussen sowohl die
Tätig-
keit der Osteoblasten wie Osteoklasten
Kontinuierlich laufen im Körper immer wieder
Knochenabbau- sowie Aufbauprozesse ab.
Im Alter zwischen 25 bis 35 Jahren hat der Mensch
seine optimalste Knochenmasse erreicht. Danach nimmt mit fortschreitendem
Alter langsam die Knochenmasse ab - durchschnittlich 1 % Knochenverlust
pro Jahr, unabhängig vom Geschlecht. Dies ist jedoch normal und
geht einher mit vielen anderen Körperfunktionen, die ebenfalls
im Alter etwas nachlassen.
Ist der Umbauprozess jedoch gestört und
nimmt die gesamte Knochenmasse in erheblichem Maße ab, so dass
die Knochenstruktur immer dünner wird, bezeichnet man dies als
Osteoporose.
Gemäß wissenschaftlicher Definition
ist Osteoporose eine systemische Erkrankung des Skelettsystems mit Verringerung
der Knochenmasse und Verschlechterung der Mikroarchitektur.
Dies bedeutet, dass eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das
Auftreten von Knochenbrüchen vorliegt, wenn Patienten eine gewisse
Knochendichte unterschreiten.
Hormone
Zwei Kommunikationssysteme wirken auf den menschlichen
Organismus ein, um die Lebensfunktionen anzuregen oder zu hemmen - das
Nerven- und das Hormonsystem.
Die Regulation des Knochenstoffwechsel übernimmt
ein hochsensibles Hormonsystem. Drei Hormone spielen eine entscheidende
Rolle:
· das Parathormon (Nebenschilddrüsenhormon)
· Vitamin-D
· Kalzitonin
Call for Action
Wie die oben beschriebenen Kapitel zeigen, kann
jeder selbst aktiv mitwirken gegen Osteoporose
· eine ausgewogene kalziumreiche Ernährung
· kontinuierlich Bewegung (mit ausreichend Zug und Druck)
Viele weitere Informationen und Hinweise, was
Sie selbst tun können, erhalten Sie unter www.bfo-aktuell.de und
durch die Ausstellung Knochenschule.
Auch diese Internetseite wird kontinuierlich erweitert.
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